Neubau Betriebsgebäude,
Schmid Wetli AG — Baubeginn
Wein ist Zeit
Man kann Wein als ein Getränk behandeln – oder als Medium verstehen, mit dessen Hilfe wir uns auf eine faszinierende Reise durch die Zeit begeben können. Wein ist Zeit, denn die Zeit macht den Wein. (Mario Scheuermann, Weinweiser)
Auch die Zeit benötigt idealen Raum, damit sie ihre Aufgabe richtig erfüllen kann. Kaspar Wetli, Geschäftsführer und Inhaber von Schmid Wetli AG ist sich dessen bewusst, und ebnet deshalb seinem Betrieb (und seiner Winzerfamilie) den Weg in die Zukunft: In den kommenden Monaten entsteht östlich des Traditionshauses anstelle des alten Torkels ein schlichter Baukörper, welcher auf zwei Etagen mehr als 700 m2 Nutzfläche bietet. Im Untergeschoss werden gleichberechtigt neben einander je ca. 100 m2 für Flaschenlager, Barriquekeller und den Holzfasskeller bereit stehen. Auf dieser Ebene wird wohl die Zeit am meisten arbeiten müssen.
Das menschliche Wirken wird nebst dem Schwerpunkt im Weinberg auch im Erdgeschoss gut sichtbar werden. Hier entsteht eine moderne Traubenanlieferungsstelle: Der Kran mit integrierter Waage wird die handverlesenen Trauben entgegen nehmen. Die Kranbahn durchquert das ganze Gebäude, sodass sämtliche Handreichungen zum Pressen und Abbeeren mit hydraulischer Unterstützung geschehen. Für diese Vorgänge werden modernste Einrichtungen eingebaut, die sich in besten Kellereien im Südtirol seit Jahren bewähren. Die neuen Räumlichkeiten bilden den Schnittpunkt sämtlicher Arbeitswege und Reifeprozesse. Die SCHMID WETLI AG investiert einen namhaften Betrag, um die herkömmliche Kelterei mit innovativen, hochwertigen Technologien in logistisch einwandfreien Räumen zu ersetzen.
Stolzerfüllt werden die Winzer auch ihre Kunden durch die gesamte Anlage führen, um schliesslich im Degustationsraum Platz zu nehmen. Dieser ragt mutig aus der Westfassade des Gebäudes und gibt den Blick in die Rebberge frei. Gleichzeitig können die Besucher von hier aus die Produktion beobachten und das Geschehen im Barriquekeller verfolgen. Transparenz und Weitsicht verleihen dem Raum Anmut und Leichtigkeit. Die logistischen Veränderungen gehen einher mit einer kompletten Überarbeitung der Gebäudetechnik. Anstelle der bisherigen Ölheizung werden sechs Erdsonden à 185 Metern die neue Wärmepumpe speisen. Die erzeugte Wärme heizt den gesamten Betrieb und die zugehörigen Wohneinheiten. Im Sommer wird zusätzlich die Abwärme der Kühlung ins Brauchwasser eingespiesen.
So wie Weine reifen müssen, um sich dem Kenner zu offenbaren, können auch Gebäude reifen – nicht in der Funktion, sehr wohl aber im Aussehen. Bewusst werden die hinterlüfteten Fassaden in sägeroher Lärche ausgeführt, fröhlich unterbrochen von den tänzerisch angeordneten Stahlbändern. Beide Materialien erhalten mit zunehmendem Alter jene Patina, beim Wein heisst das Reife, die Kennerseelen zum Schwingen bringen. Diese Natürlichkeit bewegt sich bis aufs Dach, welches aus Holzelementen besteht, die extensiv begrünt werden wird. Zwei im Dach eingelassene Glasstreifen über die ganze Gebäudebreite werden die Arbeitsplätze mit optimalem Licht bedienen.

