Restauration und Erweiterung der Kapelle Widnau —
Projektbeschrieb:
Eingangssituation:
Eine sanfte Rampe schmiegt sich an den filigranen Vorbau aus Glas. Zusammen mit dem grosszügig ausladenden Vordach entsteht eine einladende Eingangssituation, welche gleichzeitig als Windfang für die Kapelle dient. Der heutige, innenliegende Windfang wird entfernt und es entsteht grosszügiger Eingangsbereich.
Apsiserweiterung:
Die in den 70-er Jahren erstandene Orgel dominiert den Innenraum optisch sehr stark. Durch die Vergrösserung der Apsis um 4,5 Meter erhält die Orgel und die Liturgie den angemessen Raum und der Sichtkontakt zur referierenden Person wird von allen Sitzplätzen aus wieder störungsfreier. Die Belichtung des neu geschaffenen Chorraumes wird dank des geplanten Oberlichtes blendfrei und von angenehmer Intensität sein. Durch das Zurücksetzen des Chorraumes verbessert sich auch der Blickwinkel von der Empore.
Hinter dem Chorraum ist ein abschliessbarer Abstell- und Vorbereitungsraum mit separatem, ostseitigen Zugang geplant. Die Aussenhülle der Apsiserweiterung wird bewusst in zurückhaltender dunkler Farbe gestaltet und vereinigt sich so zusammen mit dem altehrwürdigen Baumbestand auf der Südseite zu einem einheitlichen Gesamtbild.
Verbesserung der Dämmung und des Heizsystems
Der Holzriemenboden wird erneuert und gleichzeitig um einige Zentimeter angehoben. Somit kann vom Boden her mit ca. 12 cm gedämmt werden.
Die zierlichen Fenster bleiben erhalten; Innenseitig angebrachte Vorfenster aus Isolierglas werden den Wärmeverlust und die Zugserscheinungen minimieren. Grossflächige, öffenbare Fenster werden das bestehende Ambiente optisch kaum verändern.
Die projektierte Kirchenbankheizung ist in die fixen Kissen der Sitzbänke integriert. Das bedeutet, dass die Strahlungswärme sozusagen verlustfrei auf die Kirchenbesucher übertragen wird. Der Steinboden der Apsis wird mit einer elektrischen Fussbodenheizung temperiert. Dieses Heizprinzip zeichnet sich durch kurze Aufwärmphasen, schnelle Reaktionszeit und entsprechend geringe Betriebskosten bei sporadischer Nutzungaus.
Nebst diesen grundsätzlichen Eingriffen werden die bestehenden Wände der Kapelle frisch gestrichen und die Beleuchtung wird optimiert. Die vorgesehene Beschallungsanlage sorgt für professionelle Tonqualität. Zu Projektionszwecken wird in die Decke der Apsis eine Leinwand eingebaut. Die komplette Aussenfassade der Kapelle wird restauriert.
Die geplanten Massnahmen decken die Bedürfnisse und Anforderungen der heutigen Kirchgemeindemitglieder, ohne die historische Identität der Kapelle, die vor genau hundert Jahren von den Basler Architekten La Roche und Stähelin erbaut worden ist, zu verletzen. Erweiterung und Eingangsbereich sind bewusst als zeitgemässe Archtitekturelemente ausgebildet und erkennbar.



